Into the wild: Campen im Schwarzwald

Wild campen im Schwarzwald: Das klingt verboten gut. In den sechs Trekking-Camps des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord ist dieses Abenteuer seit 2017 ganz legal möglich. Bloggerin Kathrin hat im Camp Gutellbach bei Baiersbronn ihr Zelt aufgeschlagen und stellt uns ihre Wander-Route sowie Tipps und Abenteurer-Rezepte vor.

Das Gefühl von Freiheit. Ich stehe auf der ganz aus Holz gebauten Aussichtsplattform und atme tief ein. Es riecht nach Sommer, nach Wald – und nach Abenteuer. Unter mir breitet sich der Schwarzwald mit seinem tiefgrünen Meer aus Fichten und Kiefern schier endlos aus. Am Ufer des Ellbachsees, der von hier oben aus nur schemenhaft zu erkennen ist, werde ich schon wenig später in der Sonne sitzen, während die Libellen um meinen Kopf schwirren und die Stille nur vom unregelmäßigen Platschen der Fische unterbrochen wird. Der Anstieg hier hoch zur Aussichtsplattform Ellbachseeblick war nicht ganz ohne, auch weil mein Rucksack schwerer ist als sonst. Immerhin befindet sich darin die Ausrüstung für eine Nacht im Freien. Und Zelt, Gaskocher & Co. brauche ich spätestens nach Erreichen meines heutigen Tagesziels im Trekking-Camp Gutellbach im Schwarzwald.

Kathrins Schwarzwald-Tour zum Trekking-Camp

Start: Bahnhof Baiersbronn oder Wildgehege Baiersbronn (Parkplatz) 

Übernachtung: Trekking-Camp Gutellbach

Strecke: 6 Std., 19,8 km

Höchster Punkt: 936 Höhenmeter 

Markierung: grüne Libelle

Highlights: Sankenbach-Wasserfälle, Ellbachseeblick, eiszeitliche Karseen, Camping in der Wildnis 

Es gibt keine Eile, keinen Stress. Da sind nur ich, das gleichmäßige, dumpfe Geräusch meiner Wanderschuhe auf dem schmalen Waldweg und der Ellbach, der neben mir munter vor sich hin plätschert. Er ist längst nicht so spektakulär wie der Sankenbach und sein Wasserfall, an dem ich früher an diesem Tag vorbeigekommen bin. Aber das muss er auch gar nicht sein, denn beim Wandern sind es gerade die kleinen und unscheinbaren Dinge, die glücklich machen. So wie zum Beispiel das bunte Tagpfauenauge, dass sich neben mir auf einer Blume niederlässt und mich mit seinen großen „Augen“ unverhohlen anschaut. Es ist ein warmer Sommertag und so ziehe ich meine Schuhe aus und halte die heiß gelaufenen Füße ins eiskalte Wasser des Baches. Hier unten ist es angenehm kühl. Die großen Bäume über mir lassen die Sonnenstrahlen nur ab und an bis zum Waldboden durchdringen. In einem dieser Strahlen liege ich und esse Nüsse, während um mich herum das Konzert aus Vogelstimmen und Bienensummen immer lauter wird. Ich könnte ewig so daliegen, aber ich muss ja noch mein Nachtlager im Camp errichten. Und so mache ich mich auf zur letzten Etappe meiner heutigen Wanderung.

#zukunftleben

Die einzigartige Natur hier in unserer Region zu erhalten: Dafür macht sich EDEKA Südwest im Rahmen der Aktion „Unsere Heimat & Natur“ stark. EDEKA-Kunden unterstützen hierbei durch den Kauf von Kräutertöpfen der Marke „Unsere Heimat – echt & gut“ Naturschutzprojekte in der Region. Seit 2014 konnten so bereits Biotope für Wildtiere und Pflanzen mit über 243.000 Euro gefördert werden.

Eine Nacht in der Wildnis: Trekking-Camps im Schwarzwald

Wenig Komfort, dafür Luxus für die Seele. Seit März 2017 können Trekking-Begeisterte (und solche, die es werden wollen) ihre Zelte ganz legal in den dafür vorgesehenen Trekking-Camps im Schwarzwald aufstellen. Keine Selbstverständlichkeit in Deutschland, wo wildes Campen grundsätzlich verboten ist. Alle sechs Camps liegen fernab von Ortschaften und sind nur zu Fuß erreichbar. Die perfekte kleine Auszeit in der Natur. Die Touren sind so ausgelegt, dass man nach der Übernachtung den Rundweg fortsetzen kann. Auch längere Touren, bei denen man in verschiedenen Trekking-Camps Rast macht, sind möglich. Auf ein bisschen Komfort muss man nicht verzichten: In jedem Camp gibt’s ein Toilettenhäuschen, geeignete Stellplätze für das Zelt und eine Lagerfeuerstelle – in meinem Fall sogar mit vorbereitetem, trocken gelagertem Brennholz. Minimalismus zum Wohlfühlen.

Worauf sollte ich achten?

  • Buchen Sie das Trekking-Camp Ihrer Wahl im Voraus beim Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord (Mai bis Oktober).
  • Jedes Camp verfügt über bis zu drei Zeltstellplätze. Die Übernachtung kostet 10 € pro Zelt (2–3 Personen) und Nacht.
  • Wählen Sie zum Beispiel hier eine Trekking-Route aus.
  • Bitte beachten Sie die Benutzerordnung.
Was kann es Schöneres geben, als nachts unterm Sternenhimmel einzuschlafen und morgens Kaffee unter leise rauschenden Baumwipfeln zu trinken?

Kathrin berichtet seit 2013 auf ihrem Blog fraeulein-draussen.de darüber, wie sie ihre Abenteuerlust stets aufs Neue stillt. Ihre Reisen haben sie bereits über eine 1.000 Kilometer lange Fernwanderung in Australien oder durch die endlose Weite Alaskas geführt. 

Die Nacht in der Wildnis. Das Zelt steht, das Feuer brennt. Ich setze mich an die knisternden Flammen und esse Kartoffeln aus der Glut des Lagerfeuers – mit einem Heißhunger, den man nur nach vielen Wanderkilometern durch die Natur spürt. Über mir erscheinen langsam die ersten Sterne und das Blau des Himmels geht in Schwarz über. Ich erspähe ein paar Rehe in der Abenddämmerung, höre eine Eule, die wahrscheinlich gerade erst erwacht ist. Und bin dabei so entspannt, wie schon lange nicht mehr. Es ist faszinierend, wie gut uns ein paar Stunden in der Natur tun. Nirgendwo lässt es sich so gut abschalten. Und was kann es Schöneres geben, als nachts unterm Sternenhimmel einzuschlafen und morgens Kaffee unter leise rauschenden Baumwipfeln zu trinken, fernab von Straßenlärm oder piependen Smartphones? Dort, wo das Leben auf das Wesentliche reduziert ist, entdecken wir eine ganz neue Freiheit. Und gleichzeitig ist da dieses Gefühl von Abenteuer und Aufregung, das sich nur dann einstellt, wenn man alles, was man zum Leben braucht, auf dem Rücken trägt. Und hinaus in die Welt zieht. Diese Welt fängt direkt vor unserer Haustür an – und hält dank der Trekking-Camps im Schwarzwald nun noch mehr Möglichkeiten bereit, sie zu genießen.

Kathrins Camp-Cooking-Rezepte

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