Drucken mit Naturmaterialien

Blätter, Blüten, Gräser – die Natur steckt voller Farben und Formen, die sich wunderbar als Druckmotive eignen. Beim Ecoprinting werden Naturmaterialien direkt auf Stoff oder Papier übertragen. Wir stellen die Technik vor und zeigen dir weitere kreative Ideen.

Ecoprinting: Kunst aus der Natur

Was genau herauskommt, weiß man beim Ecoprinting erst am Ende – und genau das macht diese Färbetechnik so besonders. Denn das Ergebnis hängt maßgeblich von den Inhaltsstoffen der jeweiligen Pflanzen ab. Ob Seidenschal mit Blütenabdrücken oder Tischläufer mit Blattmustern – jedes Stück ist ein Unikat, das sich auch wunderbar als Geschenk eignet.

Du hast Lust bekommen, Ecoprinting auszuprobieren? Dann erklären wir dir im Folgenden, wie es geht.

Was du brauchst:

  • Naturmaterialien: Blätter, Blüten, Gräser (frisch oder leicht angewelkt)
  • Stoff aus Naturfasern wie Baumwolle, Leinen, Wolle oder Seide
  • Beize (z. B. Alaun), um die Fasern aufnahmefähig zu machen
  • Eisenwasser als Farbmodifikator (s. Schritt 1)
  • Holzstab zum Einrollen
  • mehrere Töpfe/Gefäße
  • Wasser und einen großen Topf mit Dämpfeinsatz
  • Schnur zum Fixieren
  • Handschuhe

Und so geht’s:

Eisenwasser ansetzen

Eisenwasser kann die Pflanzenfarben verändern und häufig dunklere oder gedecktere Farbtöne hervorbringen. Für eine einfache Variante rostige Eisenteile, zum Beispiel Nägel oder Schrauben, in ein Gefäß mit Wasser und etwas Essig geben. Das Gefäß mehrere Tage stehen lassen, bis sich die Flüssigkeit deutlich verfärbt hat. Trage beim Ansetzen und Verwenden des Eisenwassers am besten Haushaltshandschuhe und benutze Gefäße sowie Utensilien, die nicht für Lebensmittel verwendet werden.

Materialien sammeln

Im eigenen Garten oder bei einem Spaziergang kannst du tolle Druckmotive finden – besonders im Herbst, wenn Blätter mit leuchtenden Farben locken. Frische oder leicht angewelkte Pflanzen eignen sich am besten, da sie noch genügend Feuchtigkeit und Pigmente enthalten.

Hinweis: In Naturschutzgebieten, Nationalparks und anderen Bereichen mit Betretungs- oder Entnahmeverbot dürfen keine Pflanzen gesammelt werden. Auf privaten Grundstücken ist die Zustimmung der Eigentümerin oder des Eigentümers erforderlich. Außerhalb solcher Bereiche gilt die Handstraußregelung, die im Bundesnaturschutzgesetz verankert ist: Pflanzen dürfen in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf pfleglich entnommen werden – allerdings nur, wenn sie nicht besonders geschützt sind. Welche Pflanzen geschützt sind, lässt sich in der Artenschutzdatenbank des Bundesamts für Naturschutz nachlesen.

Stoff vorbereiten und beizen

Damit die Pflanzenfarben besser in den Fasern haften, wird der Stoff zunächst mit Alaun gebeizt. Den Stoff vorher waschen und gut anfeuchten. Die benötigte Alaunmenge richtet sich am besten nach dem Trockengewicht des Stoffes: Als einfache Faustregel kannst du etwa 5 bis 10 Prozent des Trockengewichts verwenden.

Beispiel: Für 100 Gramm trockenen Stoff benötigst du etwa 5 bis 10 Gramm Alaun. Den Alaun in etwas heißem Wasser auflösen und anschließend in einen ausreichend großen Topf mit warmem Wasser geben. Den feuchten Stoff hineinlegen und mindestens eine Stunde einweichen. Auch hierbei am besten Handschuhe tragen.

Pflanzen vorbereiten

Die gesammelten Naturmaterialien werden vor dem Auflegen kurz in das Eisenwasser getaucht. Das verstärkt die Farbübertragung und beeinflusst den späteren Farbton.

Stoff belegen

Den gebeizten, noch feuchten Stoff auf einer Unterlage ausbreiten. Die in Eisenwasser getauchten Naturmaterialien nach Wunsch darauf arrangieren.

Einrollen und fixieren

Den belegten Stoff möglichst eng um den Holzstab rollen. Die Rolle anschließend fest mit Schnur umwickeln, damit die Pflanzen beim Dämpfen nicht verrutschen.

Dämpfen

Nun kommt die Hitze ins Spiel: Ein Gitter oder Dämpfeinsatz wird in einen großen Topf gelegt, etwas Wasser hineingegeben und zum Kochen gebracht. Die Rolle auf den Einsatz legen – sie sollte dabei nicht das Wasser berühren, sondern nur vom Dampf umhüllt werden. Den Topf mit einem Deckel schließen. Je nach Stoff, Pflanzenmaterial und Rollengröße etwa 45 bis 90 Minuten dämpfen. Bei empfindlichen Fasern wie Seide oder Wolle sollte die Hitze nicht zu stark sein.

Auswickeln und nachbehandeln

Nach dem Abkühlen die Rolle vorsichtig öffnen und die Pflanzenteile entfernen. Anschließend den Stoff kalt ausspülen, an der Luft trocknen lassen und von links bügeln, sofern dies für die verwendete Faser geeignet ist.

Ecoprinting funktioniert auch auf saugfähigem Papier, zum Beispiel Aquarellpapier. Die Pflanzen werden zwischen feuchte Papierlagen gelegt und anschließend beschwert, gepresst, gedämpft oder in einem geeigneten Eisen-Essig-Bad erhitzt.

Blätter, Blüten oder Gräser nach eigenem Geschmack auf dem Stoff arrangieren.
Eng gerollt und fest verschnürt – jetzt kann der Dampf seine Arbeit tun.
Das große Aha-Erlebnis: Einzigartige Muster und Farben, die die Natur hinterlassen hat.

Pinsel, Farbe, Naturmaterialien – weitere Ideen

Neben dem Ecoprinting gibt es noch andere kreative Möglichkeiten, Naturmaterialien als Druckmotive einzusetzen – schnell umgesetzt und mit tollen Ergebnissen.

Herbstblätter mit Lieblingsfarben einpinseln und auf Papier drücken. So entstehen detailreiche Abdrücke mit sichtbarer Blattmaserung – von zarten Umrissen bis hin zu kräftigen Farbflächen. Eine Idee, die besonders Kindern viel Freude macht.
Gräser oder zarte Wiesenblumen eignen sich wunderbar für besonders feine Druckmotive. Mit blauer oder einer anderen kräftigen Farbe einpinseln und auf Papier drücken – perfekt für Grußkarten, Einladungen oder Tischkarten.
Auch Stoff eignet sich als Untergrund. Mit Herbstblättern und Stoffmalfarbe kannst du Beutel, Kissenbezüge oder Geschirrtücher gestalten. Nach dem Trocknen die Farbe gemäß Herstelleranleitung fixieren – so hält der Aufdruck auch nach dem Waschen.

#zukunftleben: Herbstdeko

Du hast Lust, noch mehr zu basteln? Dann schau dir unsere DIY-Ideen für ein Mobile, Platzsets, Serviettenringe und eine Tischdeko an.

WEITERE BEITRÄGE