Wassersparen beim Gemüseanbau

Starke Hitze und fehlender Regen setzen die Landwirtschaft unter Druck. Zwei Gemüsegärtner zeigen, wie sie Wasser sparen: Sie setzen beim Anbau von Gemüse für UNSERE HEIMAT auf Tröpfchenbewässerung und eine Wasseraufbereitungsanlage.

Gemüse aus dem Südwesten

Spargel, Zucchini, Kürbis, Feldsalat und Chicorée wachsen auf den Feldern des „Bohrerhofs“ in Hartheim am Rhein. Der Betrieb „Karotten Kauffmann“ im pfälzischen Freisbach liefert nicht nur Karotten an EDEKA Südwest, sondern auch Petersilie, Pastinaken und Rote Bete. Sie gehören zu den 1.500 Erzeugerinnen und Erzeugern, die für die Regionalmarke UNSERE HEIMAT Lebensmittel anbauen und herstellen. Sie kommen aus den Bundesländern des Vertriebsgebiets von EDEKA Südwest.

Gemüsegärtner Sebastian Bohrer gehört zur dritten Generation, die für den Familienbetrieb „Bohrerhof“ in Hartheim am Rhein arbeitet.

Tröpfchenbewässerung auf dem „Bohrerhof“

Herr Bohrer, warum nutzen Sie für Zucchini und Kürbis Tröpfchenbewässerung? 

Sebastian Bohrer: „Die Tröpfchenbewässerung versorgt alle Pflanzen aus der Familie der Kürbisgewächse – also zum Beispiel auch Zucchini – optimal mit Wasser. Die Tropfschläuche und die biologisch abbaubare Mulchfolie werden maschinell verlegt. Anschließend setzen wir die vorgezogenen Pflanzen in die dafür vorgesehenen Löcher. Die Tropfschläuche liegen direkt an der Pflanze, sodass sich das Wasser ganz gezielt und langsam verteilt. Das sind ideale Voraussetzungen für ein gutes Wachstum der Zucchini und Kürbisse.“

Wie steuern Sie die Tröpfchenbewässerung?

Sebastian Bohrer: „Wenn es ausreichend regnet, brauchen wir gar keine Bewässerung. Denn das Regenwasser sickert rund um die Folie ein. Als es im Sommer wochenlang heiß und trocken war, mussten wir die Bewässerung zweimal pro Woche anstellen. Dabei hilft uns die jahrelange Erfahrung als Gemüsegärtner – und die Pflanze selbst. Wenn in den Mittagsstunden die Blätter nach unten hängen, braucht sie Wasser. Die Bewässerung wird von Hand gesteuert, direkt auf dem Feld. Im Vergleich zu einer herkömmlichen Bewässerung spare ich circa 50 Prozent Frischwasser.“

Wozu dient die biologisch abbaubare Mulchfolie?

Sebastian Bohrer: „Die Mulchfolie verhindert, dass das Wasser verdunstet, und unterdrückt das Wachstum von Unkraut und Pilzen. Sie wird aus Stärke hergestellt und zersetzt sich langsam im Sonnenlicht. Am Ende der Saison kann sie in das Feld eingearbeitet werden.“

Video: So funktioniert die Tröpfchenbewässerung für Zucchini

Gemüsegärtner Klaus Kauffmann hat den Familienbetrieb „Karotten Kauffmann“ 1997 von seinem Vater übernommen. Der Betrieb befindet sich im pfälzischen Freisbach.

Wasseraufbereitungsanlage für die Gemüse-Wäsche bei „Karotten Kauffmann“

Herr Kauffmann, wie spüren Sie die Niederschlags-Knappheit auf Ihrem Betrieb?

Klaus Kauffmann: „Der Sommer 2026 war extrem trocken: Wir hatten Temperaturen von bis zu 42 Grad, wochenlang kaum Niederschläge und dazu ein Wind, der uns das Wasser auf den Feldern förmlich ‚weggeföhnt‘ hat. Wenn wir nachts unsere Karotten beregnet haben, war mittags schon wieder alles weg. Momentan nutzen wir für die Beregnung Grundwasser aus eigenen Tiefbrunnen. Langfristig hoffen wir, dafür auch Rhein-Wasser verwenden zu können. Das Thema Wasserknappheit treibt hier in der Pfalz viele Gemüsegärtner um.“

Wann und warum haben Sie die Wasseraufbereitungsanlage in Betrieb genommen?

Klaus Kauffmann: „Für die Gemüse-Wäsche brauchen wir viel Wasser. Als einer der ersten Gemüsegärtner in Rheinland-Pfalz haben wir 2020 in eine Wasseraufbereitungsanlage investiert, die technisch auf dem modernsten Stand ist. Die Investition rentiert sich schon heute: Im Waschprozess brauchen wir dadurch circa 80 Prozent weniger frisches Trinkwasser als vorher.“

Wie läuft die Aufbereitung des in der Gemüse-Wäsche verwendeten Wassers ab?

Klaus Kauffmann: „Das Wasser fließt in einem Kreislauf: Von der Waschanlage geht es zur Reinigung und dann direkt zurück in die Gemüse-Wäsche. Nur ganz am Ende wird mit frischem Trinkwasser gespült. Unser Technikleiter kann die Feinjustierung der Wasseraufbereitungsanlage per Fernsteuerung machen, ein weiterer Mitarbeiter kümmert sich um die Wartung der Maschine.“

#zukunftleben: Gemüsegärtner aus Leidenschaft

Julian Schumacher ist 21 Jahre alt und steht in den Startlöchern, um den Betrieb seiner Familie in Filderstadt zu übernehmen. Hier erfährst du, warum er sich dafür entschieden hat und wie er mit seinem Vater auf dem Hof zusammenarbeitet.

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