Die Reise der Lachse

Vom Rhein bis nach Grönland und zurück! Im Laufe ihres Lebens legen Lachse Tausende von Kilometern zurück. Seit ein paar Jahren kommen sie sogar wieder bis in den Schwarzwald. Warum das so ist und was die Fische auf ihrer Reise alles erleben, lesen Sie hier.

Früher waren Lachse im Rhein und in seinen Zuflüssen ganz und gar nichts Ungewöhnliches. Der Rhein galt als der lachsreichste Fluss Europas – bis die Lebensbedingungen für den Wanderfisch dort durch menschliches Handeln so schlecht wurden, dass er Ende der 1950er-Jahre komplett verschwand. Erst durch gezielte Maßnahmen, seit den späten 1980er-Jahren bis heute, konnte der Rheinlachs wieder angesiedelt werden. Um die Population aufrechtzuerhalten, braucht die Natur dennoch weiterhin menschliche Unterstützung. Deshalb organisiert EDEKA Südwest jedes Jahr eine Lachsbesatz-Aktion, bei der junge Lachse in ausgewählten Flüssen im Südwesten ausgesetzt werden. 2021 fand diese Aktion bereits zum siebten Mal statt – dieses Mal in Elzach. Mit Unterstützung von EDEKA Schindler und dem Landesfischereiverband Baden-Württemberg haben dort 33 Kinder der Grundschule Elzach rund 5000 Junglachse in die Elz gesetzt. Der Startschuss für eine spannende Reise der Lachse quer durch Europa.

Lebensstationen der Rheinlachse

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Station 1: Kinderstube

Lachse durchlaufen mehrere Lebensphasen, mit denen sich auch ihr Aussehen verändert. Das Leben eines Lachses beginnt immer in einem Fluss. Gut geschützt entwickelt er sich hier in den ersten sechs Monaten vom Larvenstadium bis zum sogenannten „Parr“ (oberes Bild). Dann ist er fünf bis zwölf Zentimeter groß und zählt ab jetzt sozusagen zu den Jugendlichen. Wie beim Menschen beginnt auch beim Lachs mit dieser Lebensphase eine Hormonumstellung. Sie führt dazu, dass er sich im Alter von einem oder zwei Jahren silbern färbt (unteres Bild).

Station 2: Wanderjahre

Als silberfarbener „Smolt“ ist der Lachs dann bereit, sein Heimatgewässer zu verlassen. Er ist jetzt zwischen 12 und 20 Zentimeter groß und sein Hunger wird immer größer (oberes Bild). Zeit, die Reise flussabwärts Richtung Meer anzutreten. Zunächst schwimmt er bis zum Rheindelta, wo der Fluss in die Nordsee mündet. Hier muss er sich vom Süßwasser ans Salzwasser umgewöhnen. Dann geht es weiter – für manche sogar bis vor die Küste Grönlands. Dabei frisst er sich an Krebsen und kleinen Fischen ein bis drei Jahre lang so satt, dass er bis zu 150 Zentimeter lang und über zehn Kilogramm schwer werden kann (unteres Bild).

Station 3: Rückkehr

Erwachsen, groß und kräftig hat der Lachs irgendwann nur noch eins im Sinn: Nachwuchs zeugen. Dazu will er wieder in sein Heimatgewässer zurück, weil es guten Schutz bietet und die Nachkömmlinge Süßwasser brauchen. Also macht er sich auf den Weg. Dabei nutzt der Lachs das Magnetfeld der Erde, um sich orientieren zu können. Zudem vermuten Forscher, dass auch die Lichtwellen der Sonne eine Rolle spielen könnten und letztlich der Geruchssinn und die Zusammensetzung des Wassers den genauen Weg zurück zur Geburtsstätte weisen. Fischpässe und Lachstreppen helfen ihm außerdem dabei, die vielen Hindernisse wie Wasserkraftwerke zu überwinden.

Station 4: Paarung

Auf dem Weg nach Hause haben bereits viele Lachse ihr neues Aussehen für die Paarungszeit angenommen. Vor allem die Männchen zeigen sich in bunten Farben und haben ein hakenförmiges Maul bekommen (oberes Bild). Während der Fortpflanzungszeit von November bis Januar graben die Lachse nun ihre Laichgruben in den Kiesgrund und paaren sich dort. Dann ist ihre Reise zu Ende und ein Teil von ihnen stirbt. Aus den befruchteten Eiern aber, die gut geschützt im lockeren Kies liegen, schlüpft nach etwa 100 Tagen die nächste Generation – und die Reise beginnt von vorn (unteres Bild).
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Was macht der Landesfischereiverband Baden-Württemberg?

Der Landesfischereiverband Baden-Württemberg e. V. (kurz: LFVBW) ist anerkannter Naturschutzverband und Mitglied im Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg. In dieser Funktion arbeitet er eng mit Behörden und anderen Naturschutzverbänden zusammen. Zweck und Aufgabe des Verbandes ist die Förderung der Fischerei, der Gewässerschutz und die Hege und Pflege der frei lebenden Tier- und Pflanzenwelt. Zudem ist der LFVBW durch das Kultusministerium anerkannter Träger außerschulischer Jugendbildung und Jugendpflege und steht für eine nachhaltige Angelfischerei, die auf Artenvielfalt und den Schutz und die Erhaltung des Lebensraumes Wasser baut. Weitere Informationen finden Sie unter: www.lfvbw.de

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