Unterwegs mit den Tierschutzbeauftragten

Lisa Maxi Karpeles und Katharina Gänger sind zwei der drei Tierschutzbeauftragten bei EDEKA Südwest Fleisch. Sie besuchen Landwirte – und haben dabei immer das Wohl von Schweinen, Hühnern, Kühen und Co. im Blick. Wir haben sie einen Tag begleitet.

Tierschutz steht für Katharina Gänger und Lisa Maxi Karpeles an oberster Stelle. Auch deshalb besuchen die beiden Tierschutzbeauftragten jede Woche mehrere Landwirte, die Produkte für die Markenprogramme wie beispielsweise Hofglück, Schwarzwald Bio-Weiderind und „Unsere Heimat – echt & gut“ erzeugen. Dabei geht es ihnen weniger darum, die Landwirte zu kontrollieren, sondern eher darum, mit ihnen auf einer guten Vertrauensbasis zusammenzuarbeiten. „Ob sich Erzeuger an die strikten Vorgaben der Programme halten, prüfen zusätzlich andere, unabhängige Stellen. Wir verstehen uns mehr als Ansprechpartner, die mit den Landwirten jederzeit im Austausch stehen und bei potenziellen Herausforderungen gemeinsam mit ihnen Lösungen finden“, betont Lisa Maxi Karpeles. Sie und ihre Kollegin haben beide in Hohenheim Agrarwissenschaften studiert. Während Lisa Maxi Karpeles vorher bei einer nicht-staatlichen Organisation, in Forschungsprojekten sowie beim Tierschutzbund aktiv war, kam Katharina Gänger direkt nach dem Masterabschluss ihres Studiums zu EDEKA Südwest. Ihr Antrieb: „Als Tierschutzbeauftragte bei EDEKA Südwest Fleisch hat man eine große Reichweite und kann über die gesamte Wertschöpfungskette einiges bewegen“, erzählt die 29-Jährige. „Gemeinsam mit allen Beteiligten Möglichkeiten zu schaffen, die regionalen und innerbetrieblichen Kreisläufe aufrechtzuerhalten und eine höhere Wertschätzung für die Landwirtschaft und Tierhaltung voranzutreiben, begeistert mich.“

Station 1: Dominik Fäßler und seine Bio-Legehennen

Donnerstag, 10 Uhr, Horgenzell: Katharina Gänger und Lisa Maxi Karpeles fahren auf den Hof von Dominik Fäßler, den sie selbst zum ersten Mal besuchen. Der 26-Jährige hält noch nicht lange Hühner nach Bioland-Richtlinien. „Wir wollen uns die Tiere, den Stall und den Außenbereich anschauen, um einen Eindruck von der Gesamtsituation zu erhalten“, erklärt Lisa Maxi Karpeles. Ihre Kollegin legt derweil die Schutzanzüge raus.

Die Tiere im Blick

Fertig eingekleidet geht es für die beiden in den Stall. Langsam öffnet der Landwirt die Tür, damit die Hühner nicht aufschrecken. „Wir fragen einige Informationen ab, zum Beispiel, wie viele Tiere im Stall leben“, erzählt Lisa Maxi Karpeles und läuft mit ihrer Kollegin und dem Landwirt den Stall ab. Gerade bei Hühnern achten die Tierschutzbeauftragten darauf, ob lose Federn auf dem Boden liegen, die Tiere Verletzungen haben oder sie ein ungewöhnliches Verhalten zeigen. „Wir wollen zudem die abgetrennten Krankenbuchten sehen. Es kann immer sein, dass sich ein Tier verletzt oder erkrankt. Die Landwirte müssen damit jedoch richtig umgehen und das nicht verschweigen. Auch das gehört zu Tierwohl“, sagt Katharina Gänger.

Katharina Gänger zieht einen Schutzanzug an, um die Tiere vor Bakterien und Keimen zu bewahren.
Die Tierschutzbeauftragten achten auch darauf, dass die Tiere im Freien Unterstände haben.
Nach dem Rundgang folgt ein abschließendes Gespräch mit dem Landwirt (hier: Dominik Fäßler).

#zukunftleben: die Initiative „Huhn & Hahn“

Dominik Fäßler ist Teil der Initiative „Huhn & Hahn“ und zieht damit auch die männlichen Küken auf. Das Vorreiterprojekt möchte Hähnen ein ebenso artgerechteres Leben ermöglichen wie den Hühnern.

Station 2: Familie Müller und ihre Heumilch-Kühe

Donnerstag, 14 Uhr, Bad Wurzach: Mehr als 40 Kühe und einige Kälber weiden auf einer Wiese von Wolfgang Müller. Bereits 1984 hat der Landwirt auf Bio umgestellt. Seit 1989 ist er Teil des Bio-Verbands Demeter. „Bei Kühen achten wir verstärkt auf das Verhalten und den Zustand der Tiere. Diese Merkmale verraten uns schnell, wenn etwas im Betriebsmanagement nicht stimmt“, sagt Katharina Gänger. Selbst die Kuhfladen auf dem Boden geben den beiden mögliche Hinweise.

Tierschutzbeauftragte haken nach

Wolfgang Müller führt weiter über den Hof, zeigt das Heulager, die Liegeplätze und die Weiden. Die Tierschutzbeauftragten haken immer wieder nach. Wie lange bleiben die Kälber bei der Mutter? Wie lange dürfen sie ihre Milch trinken? Alle Informationen tragen sie in eine Check-Liste ein. „Wenn wir Probleme erkennen, müssen uns die Landwirte innerhalb einer gewissen Frist eine Rückmeldung geben, ob diese beseitigt sind“, sagt Lisa Maxi Karpeles. Der Betrieb von Wolfgang Müller macht jedoch einen sehr guten Eindruck.

Wie das duftet: Nachhaltigere Tierhaltung heißt natürliches, nicht gentechnisch verändertes Futter.
Auf ihrem Formular dokumentieren die Tierschutzbeauftragten alle Informationen.
In den Gesprächen mit den Landwirten (hier: Wolfgang Müller) werden viele Details besprochen.

#zukunftleben: die „Demeter HeuMilch Bauern“

Kuh und Kalb haben bei den „Demeter HeuMilch Bauern“ wie Wolfgang Müller mehr Zeit zu zweit. Die Landwirte handeln nach strengen Richtlinien von Demeter, dem ältesten Bio-Verband in Deutschland. Im Vordergrund steht dabei immer ein verantwortungsbewusster Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Station 3: Familie Späth und ihre Hofglück-Schweine

Donnerstag, 16 Uhr, Herbertingen: Es ist für Lisa Maxi Karpeles und Katharina Gänger der letzte Stopp für heute. „An zwei bis drei Tagen in der Woche sind wir täglich bei Betrieben vor Ort“, erzählt Katharina Gänger. „Ansonsten sind wir im Büro, schreiben unsere Besuchsberichte oder entwickeln die Markenfleischprogramme weiter. Dieses Jahr haben wir beispielsweise das Hofglück-Programm auf den Geflügelbereich erweitert.“

Alle Sinne nutzen

Max und Natascha Späth sind seit 2018 Teil von Hofglück und haben dafür extra den Stall umgebaut. „Bei Schweinen ist es vor allem wichtig, auf die Ohren und Schwänze zu achten, um eventuell aggressives Verhalten unter den Tieren zu erkennen“, weiß Lisa Maxi Karpeles. Gleichzeitig tragen auch die verschiedenen Sinne einen Teil zum Gesamtbild bei. „Wie ist die Geräuschkulisse, wie der Geruch im Stall?“ Die Schweine im Stall schnüffeln an den Füßen der Tierschutzbeauftragten – auch so ein Verhalten kann Hinweise auf die Mensch-Tier-Beziehung geben. „Wenn die Tiere Angst hätten, würden sie sich verstecken.“

Der Austausch mit Landwirten (hier: Max Späth) ist für die Tierschutzbeauftragten ein großes Anliegen.
Das Stroh sollte regelmäßig ausgetauscht werden. Das Heu dient als Raufutter und zur Beschäftigung.
Bei Schweinen achten die Tierschutzbeauftragten vor allem auf Ohren und Ringelschwänze.

#zukunftleben: das Markenprogramm Hofglück

Max und Natascha Späth führen ihren Betrieb nach den Anforderungen von Hofglück. Das Markenprogramm von EDEKA Südwest setzt sich für artgerechtere Tierhaltung ein und auch die Landwirte profitieren von langfristigen Verträgen und sicheren Abnahmemengen.

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