Regionaler Dinkelanbau

Dinkel liegt im Trend. Das Urgetreide gedeiht im Südwesten auf vielen Feldern besonders gut. Lernen Sie hier Landwirte aus der Region kennen, die Dinkel mit Fachwissen und Liebe zu ihrem Beruf anbauen.

Badensonne, Zollernspelz oder Albertino – solch klangvolle Namen tragen die Dinkelsorten, die auf den Feldern rund um das Städtchen Horb am Neckar wachsen. Und Dinkel ist ein ganz besonderes Korn. Es wurde schon vor Tausenden von Jahren kultiviert und zählt zu den sogenannten Urgetreiden. Heutzutage liegt Dinkel wieder im Trend und überzeugt mit seinem nussigen Geschmack sowie guten Backeigenschaften. Deshalb bauen auch immer mehr Landwirte Dinkel an. Einer von ihnen ist Werner Schweizer. Zusammen mit einem Partner betreibt er auf 140 Hektar Ackerbau. Und Sohn Mark, der an der Universität in Hohenheim Agrarwissenschaften studiert hat, ist ebenfalls mit von der Partie.

Die Landwirte Mark (l.) und Werner Schweizer (M.) im Gespräch mit Müller Markus Rettenmeier.

Ihren Dinkel liefen die Landwirte an die nur wenige Kilometer entfernte Rettenmeier Mühle, wo er zu Mehl gemahlen wird. Der kurze Transportweg ist natürlich gut für die Umwelt und ein Plus in Sachen Nachhaltigkeit. Alles Themen, die Vater und Sohn sowieso am Herzen liegen. „Wir setzen auf eine wechselnde Fruchtfolge, das ist gut für den Boden. Außerdem haben wir in Zusammenarbeit mit der Rettenmeier Mühle Blühstreifen für Insekten an den Feldrändern angelegt“, erzählt Werner Schweizer.

Ein Schreibtisch-Job kam für mich nicht infrage. Ich schätze die abwechslungsreichen Aufgaben eines Landwirts und das Arbeiten in der Natur.
Mark Schweizer, Landwirt

Dinkel-Backwaren von Backkultur

Bei Backkultur, einem Produktionsbetrieb von EDEKA Südwest, werden täglich frische Leckereien aus Dinkelmehl gebacken. Das Mehl stammt von der Rettenmeier Mühle. Diese bezieht den Dinkel von einem gefestigten Kreis von Landwirten aus Baden-Württemberg. Die Erzeuger werden in allen qualitätsrelevanten Fragen – wie zum Beispiel Sortenwahl oder Bodenpflege – unterstützt. Und die garantierte Abnahme ihres Getreides bedeutet für die Landwirte Planungssicherheit und die Wahrung ihrer Existenz. Die Rettenmeier Mühle kann sich darauf verlassen, die geforderte Qualität zu bekommen, um daraus Mehle mit besten Backeigenschaften herzustellen. Das wiederum ist für Backkultur wichtig, denn nur so können die Bäcker daraus mit Liebe zum Handwerk beispielsweise Vollkorn-Dinkelbrot, Dinkel-Ganzkornbrot, Dinkel-Laugenstangen oder Dinkel-Apfeltaschen backen, die es in den Markt-Bäckerei-Filialen dann zu kaufen gibt.

Aus Liebe zum Beruf

Auch Klaus Saier liefert sein Getreide an die Rettenmeier Mühle. Während sein Vater noch Schweine und Milchkühe hielt, setzt er ganz auf Ackerbau. Auf 50 Hektar baut er neben Dinkel auch Weizen, Wintergerste, Braugerste und Raps an. Was man als Landwirt braucht? „Viel Herzblut“, lautet die Antwort von Klaus Saier. Mit Markus Rettenmeier tauscht er sich häufig aus. „Die enge Zusammenarbeit ist wichtig – Mehl ist schließlich ein Naturprodukt. Und nur wenn die Qualität des Getreides stimmt, das wir von den Landwirten geliefert bekommen, können wir daraus Mehl in bester Qualität herstellen“, sagt der Müller.

Klaus Saier (l.) liefert sein Getreide schon seit vielen Jahren an die Mühle von Markus Rettenmeier. Gemeinsam haben sie Blühflächen an den Feldrändern angelegt – so wird die Artenvielfalt gefördert.
Im Unterschied zu Weizen sind die Körner beim Dinkel fest mit den Spelzen – einer Hülle, die sie vor Umwelteinflüssen schützt – verwachsen. Diese muss vor dem Mahlen zu Mehl entfernt werden.
Die Getreideernte ist schwer zu planen, denn das Wetter muss mitspielen. Erst wenn der Dinkel trocken genug ist, kann gedroschen werden. Klaus Saier besitzt einen eigenen Mähdrescher, so kann er spontan handeln.

#zukunftleben: vom Korn zum Brot

Landwirt, Müller und Bäcker – ohne ihre Arbeit gäbe es keine Backwaren. Lernen Sie Menschen kennen, die hier im Südwesten mit Leidenschaft dazu beitragen, dass Sie das Gründerbrot von Backkultur genießen können.

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