Fairtrade-Kaffee
Rund 125 Millionen Menschen leben weltweit vom Kaffeeanbau – allerdings oft mit sehr unsicherem Einkommen. Hier erfährst du, wie Fairtrade den Kaffeebäuerinnen und -bauern stabile Preise und Planungssicherheit bietet.

Was ist der „Fairbruary“?
Mit dem „Fairbruary“ möchte die Organisation Fairtrade Verbraucherinnen und Verbraucher deutschlandweit dazu motivieren, einen Monat lang ganz bewusst fair einzukaufen. Die Idee dahinter ist einfach: Wenn viele Menschen ihre Kaufentscheidungen zugunsten fair gehandelter Produkte treffen, hat das eine spürbare Wirkung für die Menschen in den Anbauländern. Denn jeder faire Einkauf trägt dazu bei, bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen entlang der Lieferkette zu schaffen.

Benjamin Drösel,
Vorstand Marketing und Vertrieb bei Fairtrade Deutschland
Herr Drösel, was ist das Besondere an Kaffee mit dem Fairtrade-Siegel?
Drösel: „Fairtrade-Kaffee steht für einen stabilen Mindestpreis für die Kaffeebäuerinnen und -bauern als Absicherung gegen starke Preisschwankungen auf dem Weltmarkt sowie eine zusätzliche Prämie für Gemeinschaftsprojekte und Investitionen in den Anbauregionen. Im Mittelpunkt stehen die Menschen, die den Kaffee anbauen: faire Arbeitsbedingungen, klare Vorgaben zur Vermeidung von ausbeuterischer Kinderarbeit, Umweltkriterien und die Stärkung von Mitbestimmung.“
Wie genau ist der Anbau von Kaffee bei Fairtrade organisiert?
Drösel: „Fairtrade-Kaffee wird ausschließlich von kleinbäuerlichen Betrieben angebaut, die in demokratisch strukturierten Organisationen zusammengeschlossen sind. Weltweit sind dafür 592 Produzentenorganisationen mit knapp 870.000 Kaffeebäuerinnen und -bauern im Fairtrade-System organisiert.“
Was ist der Unterschied zwischen Fairtrade-Kaffee und Bio-Kaffee?
Drösel: „Während sich Bio-Siegel auf ökologische Anbaumethoden konzentrieren, betrachtet Fairtrade die gesamte Wertschöpfungskette: vom Anbau bis zum Handel. Fairtrade fördert zudem gezielt die Umstellung auf Bio-Anbau, was für viele Produzentinnen und Produzenten erst durch die zusätzlichen Einnahmen aus dem fairen Handel möglich wird. Deshalb tragen viele Fairtrade-Kaffees heute auch ein Bio-Siegel.“
So wird Fairtrade-Kaffee angebaut

Reif für die Ernte
Die Kaffeepflanzen werden mehrere Jahre lang gepflegt, bis sie reife, rote Kaffeekirschen tragen. Diese werden je nach Region von Hand oder maschinell geerntet.

Nur die besten Kaffeekirschen
Bei der halbmaschinellen Ernte in Brasilien kommt das im Foto abgebildete Sieb zum Einsatz. Die Arbeiterinnen und Arbeiter selektieren damit die reifen Kaffeekirschen und sortieren Fremdkörper wie Äste und Blätter aus.

Ertragreiche Ernte
Die geernteten Kaffeekirschen werden in großen Säcken gesammelt und möglichst schnell in die Aufbereitungsstationen transportiert.

Aufbereitung und Weiterverarbeitung
Um die Kaffeebohnen vom Fruchtfleisch zu trennen, werden die Kaffeekirschen entweder in der Sonne getrocknet (trockene Aufbereitung) oder gewaschen (nasse Aufbereitung). Danach kommen sie in die Trockenmühle, wo sie geschält, gereinigt und nach Größe sortiert werden.

Rohkaffeebohnen für den Export
Die Rohkaffeebohnen werden in Säcke abgefüllt, zum Hafen transportiert und per Schiff in die Verbraucherländer exportiert, wo sie geröstet und weiterverarbeitet werden.

EDEKA Bio Fairtrade Kaffee
Im Sortiment von EDEKA Südwest gibt es Fairtrade-Kaffee zum Beispiel von unserer Eigenmarke EDEKA Bio. Besonders aromatisch schmecken Kaffeebohnen, die erst unmittelbar vor der Zubereitung gemahlen werden. Deshalb lohnt sich der Kauf von ganzen Kaffeebohnen. Eine bekannte Kaffeespezialität ist Espresso. Der entscheidende Unterschied liegt nicht in den Bohnen, sondern in der Röstung und der Zubereitung. Für Espresso werden die Kaffeebohnen dunkler geröstet, wodurch der typisch intensive Espresso-Geschmack entsteht.
Einblicke in die Kaffee-Kooperative CAFESCOR
Wie Fairtrade-Kaffeeanbau konkret aussieht, zeigt zum Beispiel das Ehepaar Matilde Perdomo Romero und Merlin Urrea aus dem Distrikt Copán in Honduras. Auf rund zehn Hektar Land wächst ihr Kaffee im Schatten von Bäumen, eingebettet in ein naturnahes Umfeld. Diese Anbauweise schützt Böden und Wasser, fördert die Artenvielfalt und macht die Farm widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels. Die beiden sind Mitglieder der Kooperative CAFESCOR, die hohe Umwelt- und Qualitätsstandards umsetzt und zugleich eine wichtige Rolle für die Region spielt. Zur Kooperative gehören 440 Kaffeebäuerinnen und -bauern, indirekt profitieren rund 8.000 Menschen von ihrer Arbeit. Über die Kooperative werden auch gemeinsame Projekte umgesetzt, wie etwa der Aufbau einer Baumschule oder Bildungsangebote für Jugendliche.

#zukunftleben: das Fairtrade-Siegel
Das Fairtrade-Siegel gibt es nicht nur für Kaffee, sondern auch für Kakao, Bananen, Schnittblumen und viele weitere Produkte. Das Ziel von Fairtrade ist ein gerechterer Welthandel, von dem alle Beteiligten profitieren. Wie genau die Fairtrade-Standards soziale, ökonomische und ökologische Kriterien verbinden, erfährst du hier.

