Heimische Zugvögel

Im Frühjahr kehren viele Zugvögel zurück nach Deutschland, um die warmen Monate hier zu verbringen. Doch warum überwintern sie woanders, wie finden sie den Weg und was sind Langstrecken-, Kurzstrecken- und Teilzieher? Wir verraten es Ihnen.

Warum ziehen Vögel in den Süden?

Hauptgrund für den Vogelzug sind nicht etwa die kalten Temperaturen, sondern das mangelnde Nahrungsangebot im Winter. Unter den Zugvögeln finden sich viele Insektenfresser. Und die zieht es dorthin, wo sie sich den Bauch mit Käfern, Fliegen oder Würmern vollschlagen können.

Warum aber bleiben die Zugvögel nicht einfach dauerhaft im Süden? Das liegt an der Konkurrenz: In den Winterquartieren müssen sich Storch und Co. den Lebensraum und die Nahrung mit einheimischen Vogelarten teilen. Sie kehren daher im Frühjahr wieder in den Norden zurück, denn hier finden sie gute Bedingungen, um zu brüten und den Nachwuchs aufzuziehen. Die Auswirkungen des Klimawandels beeinflussen das Verhalten vieler Zugvögel – sie ändern ihre Abflugzeiten im Herbst, kehren im Frühling schon früher zurück, überwintern in Spanien statt in Südafrika oder bleiben gleich ganz daheim.

Störche nehmen zwei verschiedene Hauptrouten nach Afrika: Eine führt über Gibraltar (Westroute) und die andere über den Bosporus (Ostroute).

Wie orientieren sich Zugvögel?

Auf ihren langen Reisen und über Kontinente hinweg nutzen Zugvögel die Sonne und Sterne zur Orientierung. Auch auffällige Landmarken wie Gebirge und Flüsse helfen den Tieren dabei, ihren Weg zu finden. Außerdem besitzen sie eine Art „inneren Kompass“ – einen Magnetsinn, mit dem sie sich am Erdmagnetfeld orientieren. Ältere Vögel erinnern sich an die zurückgelegten Routen und auch der Geruchssinn soll beim Zurechtfinden eine Rolle spielen. Viele junge Zugvögel lernen von den älteren, wenn sie in gemeinsamen Gruppen in den Süden ziehen.

Doch ihr langer Weg ist gefährlich, viele Zugvögel erreichen ihr Ziel nicht. Um auf die weltweiten Bedrohungen – beispielsweise durch Strommasten oder illegale Fangnetze – für die Tiere hinzuweisen, wurden der zweite Samstag im Mai und im Oktober zum Weltzugvogeltag ausgerufen. Die beiden Tage spiegeln den zyklischen Charakter des Vogelzugs wider sowie die Tatsache, dass es unterschiedliche Hauptzugzeiten in der nördlichen und südlichen Hemisphäre gibt.

Kraniche und Gänse fliegen häufig in V-Formationen. Indem sie im Windschatten des Leitvogels fliegen, können sie Energie einsparen.

Langstrecken-, Kurzstrecken- und Teilzieher

Langstreckenzieher sind Zugvögel wie Kuckuck und Weißstorch, die hauptsächlich südlich der Sahara in Afrika überwintern und dabei in der Regel über 4.000 Kilometer zurücklegen. Sie fliegen meist nachts und sind häufig allein unterwegs oder in losen Gruppen. Bei den Kurzstreckenziehern (manchmal auch Mittelstreckenzieher genannt) liegen die Überwinterungsquartiere maximal 2.000 Kilometer weit entfernt von ihren Brutgebieten. Mitteleuropäische Kurzstreckenzieher wie der Star haben ihr Winterquartier meistens im Mittelmeerraum und fliegen in Schwärmen. Viele der Kurzstreckenzieher wie das Rotkehlchen sind zudem sogenannte Teilzieher: Ob sie ihren Weg in den Süden überhaupt antreten, hängt dabei auch von den klimatischen Bedingungen eines Jahres ab. Und neben Zugvögeln gibt es noch die sogenannten Standvögel. Sie bleiben das ganze Jahr über in einem Gebiet.

Faszinierendes Naturschauspiel – Stare bilden riesige Schwärme. Die Gruppe bietet jedem Vogel Schutz vor Angriffen durch Greifvögel.

6 Zugvögel im Porträt

Wenn Sie mit der Maus über die Bilder fahren, erfahren Sie mehr über die einzelnen Vögel.

„Unsere Heimat & Natur“ – gemeinsam für die Artenvielfalt

2014 hat EDEKA Südwest zusammen mit der Stiftung NatureLife-International unter dem Motto „Unsere Heimat & Natur“ einen jährlichen Wettbewerb für Naturschutzprojekte im Südwesten ausgerufen. Ausgezeichnet und gefördert werden Projekte, die sich mit dem Erhalt, der Schaffung, der Renaturierung und dem Schutz von Lebensräumen für Wildtiere und -pflanzen befassen.

2024 feiert „Unsere Heimat & Natur“ zehnjähriges Bestehen. Alle 2024 geförderten Projekte haben die Chance auf eine weitere Förderung. Unterstützt wird der Wettbewerb auch durch Kundinnen und Kunden von EDEKA Südwest. Denn ein Teil des Erlöses vom Verkauf der Bio-Kräutertöpfe der Regionalmarke „Unsere Heimat – echt & gut“ kommt dem Wettbewerb zugute.

2023 wurden auch Projekte ausgezeichnet, die sich für den Schutz von Zugvögeln einsetzen: die Mauerseglerhilfe Apus e. V. und die NABU-Ortsgruppe Hambrücken.

Im Mittelpunkt des Engagements der Mauerseglerhilfe Apus e. V. stehen die Schaffung und die Erhaltung von Nistplätzen der Zugvögel sowie die Pflege und Aufzucht verletzter oder aus dem Nest gefallener Mauersegler.
Die NABU-Ortsgruppe Hambrücken arbeitet an der Wiederherstellung eines der größten zusammenhängenden Wiesengebiete in Nordbaden – ein wertvoller Lebensraum für Kiebitze und andere Vogelarten.

#zukunftleben: Vögel beobachten

Dompfaff (Bild), Buchfink, Eisvogel oder Storch – verschiedene Vertreter der Vogelwelt zu beobachten, ist ein spannendes Hobby für Jung und Alt.

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