Wir lassen die Sau raus

Auf dem Binsenhof der Härings kann man einen Eindruck davon bekommen, wie in unserer Region eine Tierhaltung à la Hofglück aussieht. Ein Besuch im Stall …

Aus Sicht von uns Verbrauchern ist es schön, dass wir beim Einkaufen auf Fleischverpackungen mittlerweile die Haltungsform ablesen können. Von 1 bis 5 wird diese angegeben, von Stallhaltung bis Bio. Was sich dahinter verbirgt? Zum Beispiel Zahlen wie die Mindestfläche für die Tiere, die dabei soundso schwer und soundso groß sein dürfen. Dazu weitere Bulletpoints mit diversen Must-haves und Must-dos. Aber wie das in natura dann wirklich ist, wie die Tiere ihren Alltag verbringen, wie es rund um die Ställe aussieht, wie sich das anfühlt – wer weiß das schon, wenn man nicht selbst auf so einem Hof lebt und arbeitet?

Saumässig gutes Zuhause

Genau das wollen wir wissen und machen uns dafür auf den Weg nach Durchhausen, in ein kleines Dorf zwischen Schwarzwald und Alb, wo die Landschaft vergleichsweise weit und ihr Antlitz in diesen Tagen besonders grün ist. Auf dem Binsenhof treffen wir Felicitas und Tobias Häring – und ihre insgesamt 710 Mastschweine, die sich auf mehrere nebeneinanderliegende Ställe verteilen. Die Tiere leben in Haltungsform 4, ihr Fleisch ist unter der Edeka-Marke Hofglück erhältlich. Sie steht für regionales Fleisch aus besonders tiergerechter Haltung. Zur höchsten konventionellen Haltungsform gibt es deshalb für die rund 75 Partnerbetriebe, die seit mittlerweile mehr als zehn Jahren Edeka Südwest mit ihrem Schweine- und Geflügelfleisch beliefern, auch noch zwei von zwei möglichen Sternen des Labels „Für Mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbundes.

Die Morgensonne blinzelt in den zu einer Seite offenen Stall, die Schweine haben sich bereits zur Begrüßung versammelt. Ein wildes Getümmel ist das, die jungen Tiere – die Schweine kommen direkt aus der Ferkelaufzucht auf den Hof – fallen mitunter auch schon mal aufgeregt übereinander. Zumal sie sich auch noch freuen, ihre Halter zu sehen. Im unteren, geschlossenen Bereich, wo die Tiere zuvor unter der Heizungswärme der hofeigenen Biogasanlage die Nacht verbracht haben, herrscht derweil gähnende Leere. „Schweine sind gern dicht beisammen, grundsätzlich hat jedes Tier aber anderthalb Quadratmeter zur Verfügung“, erklärt uns Tobias. Das sei doppelt so viel wie bei der Stallhaltung gesetzlich vorgeschrieben. Die Stallfläche ist klar strukturiert: in einen Liege- und einen Fressbereich sowie in einen Auslauf. „Wie in einer Wohnung halt, wir Menschen haben ja auch Schlaf- und Wohnzimmer“, sagt der Landwirt. Überall hängen zudem Heukörbe oder baumeln Baumwollseile von den Umrandungen.

Draußen den Tag verbringen und drinnen entspannen: Die rund 700 kleineren und größeren Schweine fühlen sich in ihrem Zuhause sauwohl. Das liegt am Platz, aber auch an der weichen Strohschicht, die in der Schweinemast keine Selbstverständlichkeit ist

Qualität mit Garantie

Allesamt Beschäftigungsutensilien, wie uns Felicitias verrät. „Wir probieren auch immer mal wieder was Neues aus“, sagt die Schweinebäuerin. So hätten sie zuletzt eine kleine Rampe eingebaut, damit die noch jüngeren Tiere mit ihren kleinen Haxen nicht ständig die Stufen zwischen oberem Außen- und unterem Liegebereich hoch- und runtertappen müssen. „Die Schweine haben die Rampe für sich natürlich gleich als Rutsche entdeckt“, sagt Felicitas und lacht.

Die Beschäftigung führt auch dazu, dass sich die Schweine nicht gegenseitig in die Schwänze beißen – ein altbekanntes Problem in der Schweinehaltung, weshalb den Tieren oftmals nach der Geburt die Ringelschwänze eingekürzt werden. Nicht bei den Härings.

Viehhaltung gibt es auf dem Binsenhof seit Generatio-nen. Als Felicitas und Tobias den Hof übernahmen, haben sie dann aber so manches auf links gedreht. „Für uns war von Anfang an klar, dass wir die Tiere tiergerechter halten wollen. Nur: Das Mehr hat uns in den ersten Jahren niemand bezahlt“, erinnert sich Tobias. Als sie eher zufällig von dem Hofglück-Modell erfuhren, dachten beide sofort: Das sind wir ja schon, wir müssen da gar nichts mehr ändern! „Der Marktpreis von Schweinefleisch wird jede Woche neu verhandelt“, erklärt dazu Axel Lienhardt, Teamleiter Marketing Produktionsbetriebe bei der Edeka Südwest. „Mit unseren Hofglück-Landwirten haben wir aber langfristige Verträge geschlossen, die Abnahmen garantieren. Das bringt den Landwirten Sicherheit – und garantiert uns am Ende eine konstant hohe Fleischqualität.“

Für die Härings bedeutet das: Sie können ihre Idee von der tiergerechteren Nutztierhaltung nicht nur fortsetzen, sondern immer weiter ausbauen. Mittlerweile gackern auf ihrem Hof auch mehr als 1000 Freilandhühner um die Wet-te, auf den Weiden grasen 17 flauschige Gallowayrinder. Mittendrin: das Ehepaar und ihre drei Kinder. „Weil wir mit allem früh angefangen haben, sind wir schon da, wo viele andere noch hinwollen“, sagt Tobias stolz. Am Ende profitieren davon alle – die Tiere sowieso. Und natürlich auch all die Verbraucher, die bei ihrem Fleisch nicht nur Wert auf Qualität, sondern auch auf eine tiergerechtere Haltung legen …

Bewusster Genuss von hier

Tiergerechtere Haltung, kurze Transportwege, keine gentechnisch veränderten Futtermittel und lanfristige Perspektiven für die Landwirte – das sind im Wesentlichen die Eckpfeiler für die Edeka Südwest-Marke Hofglück, die seit 2015 für Genuss aus der Region steht.

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