12.05.2026 – Das Rheinland-pfälzische Klimaschutzministerium, EDEKA Südwest und der Landesverband der Tafel Rheinland-Pfalz/Saarland haben ein innovatives Verfahren zur rechtssicheren Weitergabe von Lebensmitteln an soziale Einrichtungen wie die Tafeln entwickelt. Dieses sieht vor, dass Ware bis zum letzten Tag des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) aus den Verkaufsregalen genommen und in einem speziellen Bereich für die Tafeln bereitgestellt wird. Die Spende erfolgt somit rechtlich noch vor Ablauf des MHD. Geschulte Tafel-Mitarbeitende können die Spenden dann zu einem passenden Zeitpunkt abholen, auch wenn das MHD zwischenzeitlich verstrichen sein sollte. Das Verfahren wurde in einem Pilotprojekt in fünf Märkten des DEKA-Verbunds im Südwesten getestet. Die Lebensmittelüberwachung war eng eingebunden und hat dem Verfahren ihre Zustimmung erteilt. Das Ministerium hat dieses Vorgehen begleitet, um für alle Beteiligten die notwendige Rechtssicherheit zu schaffen.

Klimaschutzstaatssekretär Michael Hauer betonte zur Vorstellung des Projekts bei EDEKA Quint in Trier: „Die Weitergabe verkehrsfähiger Lebensmittel, die ansonsten im Müll landen würden, ist ein wichtiger Beitrag für den Umweltschutz und für die soziale Teilhabe. Knapp eine Million Tonnen Lebensmittel landen jährlich in den Müllcontainern des Einzelhandels, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Viele Händlerinnen und Händler würden diese Lebensmittel gerne an gemeinnützige Organisationen, wie die Tafeln weitergeben – stehen aber vor rechtlichen Hürden. Mit diesem Pilotprojekt räumen wir gemeinsam mit unseren Projektpartnern diese Hindernisse beiseite und setzen uns gemeinsam für Umwelt und Mensch ein.“ Er wies zudem darauf hin, dass das Konzept ausschließlich für Ware mit einem MHD gilt, da diese auch nach Ablauf der Frist oft noch bedenkenlos genießbar ist.

v. l.: Michaela Meyer (EDEKA Südwest), Sabine Altmeyer-Baumann (Tafel), Luis Sanktjohanser und Theresia Quint (beide EDEKA Quint), Staatssekretär Michael Hauer und Referent Dr. Sven Gierse (beide Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz) bei der Vorstellung des Pilotprojekts.

EDEKA-Verbund im Südwesten bringt sich aktiv ein

Michaela Meyer, Geschäftsbereichsleiterin Nachhaltigkeit EDEKA Südwest, erläutert: „Schon aus wirtschaftlichen Gründen sind wir daran interessiert, durch eine gute Disposition, die Menge überschüssiger Lebensmittel so gering wie möglich zu halten. Die Tatsache, dass laut Statistischem Bundesamt lediglich sieben Prozent der jährlich in Deutschland anfallenden Lebensmittelabfälle im Handel entstehen, verdeutlicht dies. Bevor Ware dennoch weggeworfen werden muss, nutzen wir andere Möglichkeiten, diese einer Verwendung zuzuführen. Genau hier setzt unser gemeinsames Pilotprojekt an. Wir begrüßen jede Initiative, die es uns ermöglicht und einfacher macht, die Tafeln und andere soziale Einrichtungen in diesem Zusammenhang zu unterstützen. Deshalb haben wir uns gerne an der Seite von EDEKA Quint an dem Feldversuch beteiligt und bringen uns weiterhin aktiv ein. Ein großes Dankeschön richte ich in diesem Zusammenhang an Theresia Quint und ihr Team.“ Der EDEKA-Verbund im Südwesten prüft derzeit, inwiefern das Verfahren auch in Märkten außerhalb von Rheinland-Pfalz umgesetzt werden kann.