Bedrohte Tierarten: auf den Spuren des Steinkauzes

Die wildromantischen Auenwälder im Naturschutzgebiet Taubergießen sind ein ganz besonderer Ort. Hier, unmittelbar westlich der Gemeinde Rust, können Besucher eine Pflanzen- und Tierwelt erleben, die es so nur noch selten in Deutschland zu sehen gibt. Auch der Steinkauz, eine gefährdete Eulenart, hat in dieser ursprünglichen Natur einen Rückzugsort gefunden. Begleitet von Rangern des Naturzentrums Rheinauen können sich Besucher auf die Spuren des unsichtbaren Jägers begeben.

„Wer weiß, wie ein Steinkauz aussieht?“ Helene, Max, Philipp und Moritz zögern keine Sekunde. „Klein“, „wie eine Eule“, schallt es Rheinauen-Ranger Peter Bux mehrstimmig entgegen. Die Kinder wissen Bescheid, gehen sie doch regelmäßig mit dem Ranger vom Naturzentrum Rheinauen auf Entdeckungstour. Gleich hinter dem Naturzentrum beginnt die „Wildnis“. Vorbei am Teich, wo man mit etwas Glück eine Schlange entdeckt, marschieren die fünf durch den Auenwald. Hier und da hält Bux kurz an und zeigt den Kindern seine Entdeckungen. „Seht mal da oben! In dem Astloch könnte ein Steinkauz hausen.“ Auf einer großen Wiese entdecken sie einen alten Obstbaum mit einer künstlichen Niströhre. „Schauen wir mal, ob noch alles in Ordnung ist“, brummt der Ranger und inspiziert die Nisthöhle, die tadellos auf dem Ast liegt. Rund um Rust gibt es viele solcher Niströhren, von denen einige im Naturzentrum gebaut wurden. Neben der ursprünglichen Natur ist dies sicher ein Grund, warum der Steinkauz in den Rheinauen heimisch geworden ist. Einmal im Jahr muss der Ranger die Niströhren kontrollieren. Manchmal bricht ein Ast, dann sucht Peter Bux für die Niströhren einen neuen Platz. Steinkäuze brauchen viele solcher Röhren: In einem hat der Nachwuchs sein „Kinderzimmer“, in einer anderen ist die Speisekammer (Insekten, Mäuse, Würmer) und im dritten leben die Eltern. „Hier ist alles in Ordnung!“, beruhigt Peter Bux die Kinder und die Gruppe wandert weiter durch das mannshohe Gras in den Rheinauenwald. „Wie im Urwald“, flüstert Helene und freut sich schon auf das letzte Highlight der Ranger-Tour. „Jetzt besuchen wir noch einen Falkner, der einen richtigen Steinkauz hat“, sagt das Mädchen fröhlich. Und Peter Bux lächelt zufrieden. „Nur was die Kinder kennen, können sie auch schützen.“

Mit dem Ranger auf Entdeckungstour

Steinkauz

Name: Steinkauz (Athene noctua)

Familie: Eigentliche Eulen (Strigidae)
Körper: 21–23 Zentimeter groß, 160–250 Gramm schwer
Typisches Merkmal: große gelbe Augen, sehr kleiner Körper
Alter: max. 15–18 Jahre

Verbreitung: Nordafrika, Asien, Europa

Status: in Deutschland auf der Roten Liste

Schon gewusst? In der griechischen Antike wurde der Steinkauz als Vogel der Weisheit verehrt und stand sinnbildlich für die Göttin Athene. Heute findet man die kleine Eule auf griechischen Euro-Münzen.

Ein kleiner Vogel, der viel Platz braucht

Ein frisch geschlüpfter Steinkauz ist federleicht, hat weiße Federn und ist zunächst blind. Erst nach acht bis zehn Tagen öffnet er seine Augen. In den ersten Wochen verändert sich sein Aussehen gewaltig. Der Schnabel wird gelb, die Krallen schwarz und das Gefieder bekommt seine grau-braune Farbe.

„Mit unserem Steinkauz-Projekt bekommen die Kinder ein Gefühl für die Natur. Das ist sehr wichtig, weil sie entscheiden werden, wie es mit unserem Planeten weitergeht.

Peter Bux, Ranger

Seit seiner Kindheit geht Peter Bux (60) gerne in die Natur. An seinem Arbeitsplatz, dem Naturzentrum Rheinauen in Rust, hat der Waldpädagoge und Ranger viele Gelegenheiten dazu. Dort baut er mit Kindern Vogelhäuschen und unternimmt mit Gruppen und Schulklassen Exkursionen in den Taubergießen, ein Naturschutzgebiet am Rhein.

#zukunftleben

EDEKA Südwest unterstützt das Naturzentrum Rheinauen und weitere Naturschutzprojekte in der Region: Bei der Aktion „Unsere Heimat & Natur“ wird für jeden verkauften Kräutertopf von „Unsere Heimat – echt & gut“ ein Teil des Erlöses gespendet. Mehr zur Aktion und den geförderten Projekten, finden Sie hier.

WEITERE BEITRÄGE